Die Historie der Wallungen

2009

Vor zehn Jahren kam im Runden Tisch Kultur erstmals die Idee einer Langen Nacht der Kultur auf, in der sich die freie Kulturszene Hildesheims auf den Wallanlagen präsentiert. Daraus entstand die erste Ausgabe der Wallungen vom 12. bis 14. Juni 2009. Es schien, als hätten die Hildesheimer*innen längst darauf gewartet. Denn statt erwarteter 3.000 Besucher*innen kamen 9.000 und erlebten, welche kulturelle Vielfalt in ihrer Stadt steckt. Die Seebühne brachte zum Staunen, die Insel auf dem Kalenberger Graben wurde zur Theaterszenerie, Chöre schmetterten unterwegs ihre Lieder und überall auf den Wällen flanierende Menschen.

2011

Die zweite Auflage der Wallungen vom 1. bis 3. Juli 2011 bleibt in Erinnerung als ein einziger, hartnäckiger Regenguss. 3500 Gäste bewaffneten sich mit Regenschirmen und trotzten der Laune des Himmels. Wie sagte einer der Künstler doch so treffend?: „Es war kein Zuckerschlecken, aber legendär!“ Auch wenn weniger Besucher*innen als erhofft kamen – die, die da waren, waren es mit Leib und Seele. Sie entdeckten das großflächige Areal zwischen Ehrlicher-Park, Kalenberger Graben, Kehrwiederturm und Hohem Wall. 2011 gab es erstmals einen Kunsthandwerkermarkt und eine Kunsthalle. Fazit: Eine gelungene Veranstaltung, die sich einen festen Platz im Hildesheimer Stadtkalender eroberte. Und die Poesie hatte auch keine Angst vor Regen.

2013

Vom 21. bis 23. Juni 2013 wucherten die Wallungen weit in die Stadt hinein – die historische Altstadt wurde Teil der Route. Zwischen Fachwerk, Höfen und altem Pflaster gab es erstaunliche Begegnungen – kleine Kombos spielten auf selbstgezimmerten Bühnen, Bürger*innen öffneten ihre Stuben und verdingten selbstgebrauten Cider. In den Kirchen gab es Klangwelten, vor der Bühne am Goschentor Festivalstimmung, im Tunnel Filme, und beim Käsekeller eine kleine Party bis tief in die Nacht. Das Bürger- und Familienfest am Sonntag lud zu Kunsthandwerkermarkt, Spielzügen, Theater und zum Innerste-Rennen mit selbstgebauten Boote ein. „Hildesheimer Wallungen, das heißt kollektives Wandeln, kollektives Wir“ schrieb die Hildesheimer Zeitung.

2015

2015, im Jahr des Stadtjubiläums dehnten sich die Wallungen am weitesten aus, vom Goschentor über die Altstadt bis zum Hohen Wall. Sieben Outdoor-Bühnen, dazu etliche kleine Spielorte und die Kirchen – ein wahres Kaleidoskop der Künste entstand. 12.000 Besucher*innen kamen. Mit schweißtreibenden 36 Grad ging sie als Hitze-Wallungen in die Stadtgeschichte ein. Gut, dass das sonntägliche Familienfest der fünf Kontinente am Jo-Beach ausgerichtet wurde, das in Kooperation mit dem Brücke der Kulturen der Welt e.V. entstand. Die vielen in Hildesheim lebenden Nationalitäten präsentierten am Strand ein vielseitiges Programm und leckeres Essen. Die Gäste kamen auch in Badehosen. Das Hitzegewitter am Abend beschleunigte dann den Abbau.